30 September 2008

Balkan I: Istrien und Zagreb

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Ingrids Reisen!
Dieses Mal führt uns der Weg quer über den Balkan, wobei ich die Regionen Istrien (Kroatien), Serbien und Sarajevo (Bosnien-Herzegowina) näher besprechen möchte.
Ausgangspunkt unserer Reise ist wie so oft Innsbruck und als Beförderungsmittel kam diesmal ein Doppeldeckerbus der Firma Dragan Reisen zum Einsatz.

Um mit dem Bus eine Strecke dieser Größenordnung durchzuführen, ohne dass der ganze Tag drauf geht, muss man klarerweise früh genug (7 Uhr morgens) aufbrechen. Nach einer etwa 13stündigen Fahrt, die man großteils mit Schlafen bzw. Karten spielen verbringt, erreicht man über Slowenien die istrische Halbinsel - und ist gleich mal verzaubert von dessen mediterranem Charme. Man merkt, dass dieser Teil erstens geografisch sehr nahe an Italien ist und zweitens einige Jahrhunderte zu Venedig gehörte.

Wir bezogen gleich nach der Ankunft unsere Zimmer in einem ehemaligen Militär-Hotel, gleich gegenüber dem Frachthafen. Abends erkundeten wir die Stadt, die über zahlreiche römische Ruinen inklusive einer Arena verfügt. Praktischerweise war es möglich, abends noch ein wenig zu shoppen und gemütlich durch die verwinkelten Straßen von Pula zu bummeln.

Am nächsten Tag stand der erste Programmpunkt an. Nachdem wir ja hier waren im Rahmen eines Seminars auf der Europäischen Ethnologie zum Thema "Migration und Transnationalität", war es uns ein Anliegen, die Orte kennen zu lernen, von denen besonders viele Migranten aus ökonomischen und politischen Gründen ausgingen und mit Rückkehrern zu sprechen. Wir besuchten deshalb zwei kleinere Orte im Inneren Istriens, von denen im Laufe der Zeit mehr als die Hälfte ausgewandert waren.

Allerdings ist Istrien mit seinen hübschen Küstenorten auch ein idealer Ort zum Urlaub machen und folglich sehr touristisch. Besonders angetan hat es mir das Städtchen Rovinj mit seinen engen verwinkelten Gassen und seinem Hafen:



In Istrien, das zu Kroatien gehört, findet man sich sehr leicht zurecht, denn sehr viele Menschen sprechen dort englisch, italienisch oder deutsch. Zusätzlich werden in der kroatischen (wie auch überhaupt in der serbokroatischen) Sprache viele bekannte Fremdwörter wie Buffet, Croissant oder Friseur verwendet, wenngleich sie auch sehr lautsprachlich geschrieben werden (Bife, Kroasan oder Frizer).

Insgesamt verbrachten wir drei Nächte in Pula, wobei mein Kleidungsrepertoire nicht wirklich den tatsächlichen Temperaturverhältnissen angemessen war.

Der Weg führt nun weiter nach Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens.
Diese Geschichte ist schnell erzählt, denn, und ich kann noch nicht mal sagen, ob es an den kühlen Temperaturen lag, war der Eindruck, den Zagreb hinterließ, ziemlich kühl.
Wir verbrachten insgesamt zwei Nächte in einem Youth Hostel, in dem außer uns nur Schulklassen zu übernachten schienen, von denen allesamt nachts einen Höllenlärm veranstalteten.
Eine der Rückkehrerinnen, mit denen wir uns unterhielten, meinte, die Leute in Zagreb wären tough, was sie auch sein müssten, da nur die Stärksten überlebten und der Staat wenig oder kaum Unterstützung bietet - übrigens auch für Remigranten.

Alle Fotos von Istrien und Zagreb wie immer in meinem Webalbum oder gleich hier:

Istrien und Zagreb

08 September 2008

In Linz beginz

Ach, ist das schön, wenn man ein paar Tage frei hat und... gar nicht weiß, was man mit dieser plötzlich gewonnen Zeit anfangen soll.
Naja, ganz so schlimm ist es dann doch noch nicht! Endlich hatte ich Gelegenheit, meine beste Freundin Conny in Linz zu besuchen, etwas das ich traditionellerweise jedes Jahr im September mache.



Nachdem wir es all die Jahre nicht geschafft haben, den Dom (bzw. beide) zu besichtigen (gell, Evi?), haben wir es uns dieses Jahr gar nicht erst vorgenommen. Statt dessen, begaben wir uns auf den Pöstlingberg, der sich auf der anderen Donauseite außerhalb von Linz befindet. Da die Pöstlingbergbahn zur Zeit renoviert wird, düsten wir mit dem Bus nach oben. Leider verpassten wir den Bus sehr knapp, darum mussten wir (mit Betonung auf mussten) in einen Heurigen auf ein Achterl Wein gehen, um die Wartezeit zu verkürzen. Der Innenhof des Heurigen war wunderschön:



Auf dem Pöstlingberg angekommen, bot sich uns ein hübsches spätsommerliches Abendpanorama von Linz darbot.



Um diesen Abend perfekt ausklingen zu lassen, genossen wir noch ein indisches Abendmahl in der Altstadt.
Leider viel zu kurz aber wie immer lohnenswert so ein Besuch in Linz.

01 September 2008

Farewell to ice-cream

So, nun ist sie vorbei, die Eiszeit. Gestern hatte ich meinen letzten Tag hinter der Eistheke. Grade zur rechten Zeit, denn nun ist der Herbst in Innsbruck eingezogen.


(Blick auf das ehemalige Gasthaus Hirschen in der Seilergasse, das ursprünglich eine protestantische Kirche war, daher der Turm)

Ich dachte, ich wäre froh, wenn ich nun kein Eis mehr schöpfen müsste, da ich mir ohnehin einen hartnäckigen Husten dabei eingefangen hatte, aber erstaunlicherweise war ich gestern beim Abschied doch etwas traurig. Immerhin ist jetzt der offizielle Sommer vorbei und irgendwie war's ja doch ganz lustig.



Eis zu verkaufen, davon träumt jedes kleine Mädchen. Kürzlich habe ich den Begriff "Eisverkäuferin" gegoogelt (ich google gerne). Heraus kam ein Sammelsurium an Blogeinträgen, Erlebnisberichten von Kunden und Stellenangeboten.
Bei den Stellenangeboten las ich, dass man freundlich, kontaktfreudig und gut im Kopfrechnen sein sollte. „Ein ansprechendes Äußeres ist natürlich auch Pflicht, immerhin handelt es sich hier um einen Job, bei dem man Umgang mit Lebensmitteln hat.“ Lustig, ich wusste gar nicht, dass den Lebensmitteln so leicht schlecht wird!

29 August 2008

Summer dreamin

Der durchwachsene Sommer herbstelt schon... Heute hab ich Lebkuchen und Spekulatius im Supermarkt gesehen ó.ò



"All the leaves are brown and the sky is grey..."

27 August 2008

Guter Rat

Jaja, wer kennt das Problem nicht: jemand hat fürchterlichen Mundgeruch, aber wie soll man ihn bloß darauf aufmerksam machen, ohne dass es gleich zu einem peinlichen Fiasko kommt? Oder jemand hat Popeln (=Rotz) in der Nase oder Gemüse zwischen den Zähnen!

Das blöde ist ja, bei gewissen Dingen, wäre ich zum Beispiel froh, wenn mich jemand darauf aufmerksam machen würde. Vor allem, wenn ich von der öffentlichen Toilette komme und der hintere Teil meines Rockes hat sich in meinem Bund verfangen, so dass jeder meine Unterwäsche sehen kann - gar nicht wünschenswert und auch kein bisschen lustig! Aber es dauert oft recht lange, bis dir mal jemand sagt, "du, schau mal, dein Rock ist da nicht ganz unten" - "herzlichen dank!!!" Dasselbe mit Grünzeug zischen den Zähnen. Genügend Leute lassen dich einfach so rum laufen. Angeblich sollte es zumindest unter Freunden schon drin sein, sich so etwas zu sagen.

Für alle, die sich das dann doch nicht trauen, gibt's die Seite gutertip, von der aus man Emails mit "dezenten" Hinweisemails verschicken kann. Blöd nur, wenn man die Emailadresse nicht weiß...

10 August 2008

Galicia

Wenn es ein Urlaubsziel gibt, wo ich immer schon hin wollte, dann ist es wohl Galicien in Nordwestspanien. Dieser Traum ist nun wahr geworden.

Mit dem Leihwagen fuhren wir von Villalba bei Madrid los und erreichten schon bald die Autonome Region Galicien(Comunidade Autónoma de Galicia). Unser Weg führten uns entlang der Autovía das Rías Baixas...



...als erste Station nach Ourense. Das ist eine kleine Stadt in der gleichnamigen Provinz, die als einzige Galiciens keinen Zugang zum Meer hat. Die herausragende Sehenswürdigkeit in Ourense ist neben dem einen oder anderen Kleinod in der Altstadt die romanische Brücke Ponte Vella:



Die erste galicische Nacht verbrachten wir auf dem ehemaligen Campinggelände von Leiro, nahe Ribadavia, wo es in den frühen Morgenstunden zu regnen begann. Auf dem Campingplatz war außer uns nur ein Familie aus Alcorcón, einem Dörfchen nahe Madrid, die uns am nächsten Morgen zum Kaffee einluden. Witzig war, dass wir Alcorcón aus dem Eurovisions-Song Chiki Chiki kannten... ;)

Trotz des Nieselregens beschlossen wir aber, noch am Vormittag Richtung Atlantikküste aufzubrechen. Immerhin waren es nur mehr ca. 20 km bis dahin.


(Blick auf die Ría de Vigo)

Und da war es nun. Noch bevor man es sah, konnte man das Meer riechen. Und seine köstlichen Schätze essen...


(Pulpo á la Galega - Tintenfisch auf galicische Art)


(Mit dem Auto durch die Dörfer - Duffy möge mir verzeihen...)

Die nächste Nacht verbrachten wir in dem malerischen Küstenörtchen Moaña, das quasi gegenüber von Vigo auf der anderen Seite der Ría liegt (und das man auch in voller Pracht vom Strand aus sehen konnte) und wo ein paar Tage später das alljährliche Festival Interceltico stattgefunden hätte.
Leider war es an diesem Tag sehr windig, deshalb konnten wir den Strand nicht wirklich genießen. Die nette Dame von unserem Hostal empfahl uns, wenn wir die Küste genießen wollten, weiter nach Westen, zur Costa da Vela zu fahren - von Vigo riet uns übrigens jeder ab.


(Aussicht an der Costa da Vela)

Wir entdeckten einen natürlichen Aussichtsansitz an der Küste (am oberen Bildrand übrigens ein Teil der Cíes Inseln):



Weiter entlang der Rías Baixas ging es nach zuerst nach Pontevedra, dessen beeindruckendstes Bauwerk eine verfallene mittelalterliche Kirche und dessen Friedhof ist.



Am Abend erreichten wir O Grove. Es regnete immer wieder und es war nicht besonders warm, daher hatten wir Sehnsucht nach einem warmen Bett. Allerdings war keines mehr frei aufgrund des verlängerten Wochenende (Freitag, der 25. Juli, Dia de Santiago ist Feiertag in Galicien). Daher blieb uns nur, unser Zelt erneut aufzuschlagen. Der Campingplatz war aber nicht so schlecht, mit Zugang zum Meer, Küche, Duschen, Supermarkt und Internet.
Der Strand der Campinganlage ist übrigens wunderschön und die Sonne zauberte Lichtspiele aufs Meer:



Da es am nächsten Morgen immer noch regnete, beschlossen wir, nachdem wir die obligatorischen La Toja Seifen auf La Toja gekauft hatten, auf ein Boot zu gehen, auf dem man Miesmuscheln (mejillones) und Wein bis zum abwinken bekommt und sich die Miesmuschelfarmen anschaut. Klingt nach Touristenprogramm, ist es auch. Aber lustig, wenn man weiß, was man erwarten kann - und die Miesmuscheln waren lecker und üppig!



Danach - weil das Wetter immer noch grauslich war - ging's in Acquarium, Fische schauen. Ein Fisch hat mich sogar in den Finger gebissen - naja, ich war da auch nicht mehr ganz nüchtern... ;)
Am Abend machten wir uns Richtung Santiago auf. Es war inzwischen der 25. Juli und in jedem Ort wurde gefeiert. Unterwegs nahmen wir noch zwei arbeitslose Fischer mit und fuhren sie in ein kleines Dorf am Weg.
Als wir in Santiago ankamen, war es schon Abend und es war die Hölle los in der Innenstadt. Trotzdem fanden wir einen Platz in der Tiefgarage nahe der Kathedrale und es war gar nicht teuer.


(Kathedrale von Santiago)

Da es (natürlich) im Laufe des Abends als wir im Restaurant saßen und Sopa de marisco (Meeresfrüchtesuppe), Vieiras (Jakobsmuscheln) und Tarta de Santiago aßen, zu regnen begann, konnte ich mich nicht erwehren, Chove en Santiago (Es regnet in Santiago) zu singen. Tja, Santiago, lonxe do sol...


(Gaiteiros auf den Straßen Santiagos)

Noch in der selben Nacht machten wir uns auf den Weg nach Lugo, das etwa 200 km weiter im Landesinneren war. Wir fuhren also den Jakobsweg in umgekehrter Richtung. Da es aber schon spät und der Fahrer müde war, schliefen wir auf irgendeinem Parkplatz in der Nähe von Melide im Auto.
Rechtzeitig zum Mittagessen waren wir in Lugo, dessen hübsche Altstadt vollständig von einer begehbaren römischen Mauer umgeben ist. In jener Innenstadt ließen wir uns mit bester galicischer Hausmannskost verköstigen.


(Die römische Stadtmauer Lugos)


(Blick in die Altstadt Lugos)

Als das Wetter sich endlich besserte, waren wir schon wieder auf dem Weg, Galicien hinter uns zu lassen - das galicische Wetter hat uns also wirklich nicht gemocht! Nun ging es nach Norden zur Autovía Santander - Bilbao, da unser nächstes Ziel Asturien war. Zuvor machten wir aber noch spontan beim Castro von Viladonga Halt.



Hierbei handelt es sich um die Fundamente einer keltischen Siedlung, wobei die hier aufgefundenen Gegenstände im angegliederten Museum (Eintritt frei und der deutschsprachige Museumsfolder war ausführlich und gut) betrachtet werden können.

Am Abend erreichten wir Ribadeo, das an einer Bucht und gleichzeitig an der Grenze von Galicien zu Asturien liegt.
In Ribadeo liegt der m.E. schönste Jausenplatz Galiciens - zumindest hat er eine zauberhafte Aussicht auf die gesamt Bucht inklusive der Autobahnbrücke in der Ferne.



Dann war es Zeit, endgültig Abschied von Galicia zu nehmen. Nach 200 Autobahnkilometern erreichten wir in der Nacht Asturias.



Rückblickend bin ich der Meinung, dass es vielleicht nicht so klug war, im Juli an die überlaufenen Rías Baixas zu fahren (wo es einige lesbare Ressentiments gegen (spanische) Touristen gab). Das nächste Mal werden wir wohl die Nord- und Todesküste erkunden.

Mehr Fotos von Galicia gibts wie immer im Fotoalbum oder hier:

Galicia

08 August 2008

13 Juli 2008

Eis, Eis...Baby!

Wenn das Wetter im Sommer am schönsten ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese Zeit zu nützen. Die einen gehen baden, die anderen treiben Sport, wieder andere bleiben im kühlen Zuhause.

Und dann gibt es Menschen - wie mich - die verbringen die warmen Sommertage damit, Eis beim Schmelzen und allmählichen Verschwinden zuzuschauen.

Wie das geht?



Einfach in einer Eisdiele ums Eck arbeiten und süße gefrorene Träume verkaufen...



Natürlich gibt es auch in der Disziplin des Eiskugelformens und Eistütenfüllens Guinness-Rekorde und Wettbewerbe. Ich arbeite daran... ;)



PS: So ist das Leben, dedede dede dededam!

03 Juli 2008

Vorbei

So, nun ist sie vorbei, die Euro 08 in Österreich und der Schweiz. Was davon übrig geblieben sei, rätselte man kürzlich auf der Titelseite eines lokalen Innsbrucker Blatt und wurde im Blattinneren darüber aufgeklärt, dass sich die Euro gelohnt hätte, da Spanien und Russland in der EM weitergekommen seien und deren Fans zu den Konsumfreudigsten zählten. Tja, das ist also übrig geblieben: dicke Geldbörsen der so genannten Wirtschafttreibenden. Schön!
Ein Glück nur, dass die meisten Menschen etwas ganz anderes von der Euro 08 mitnehmen (außer Fan-Tshirts, Fahnen und Tröten)! Meine gesammelten Euro 08-Eindrücke findet ihr hier! Die Euro 08-Fahne hängt übrigens noch immer vorm Fenster der Bürgermeisterin...

In letzter Zeit bin ich ja etwas von der Bildfläche verschwunden - und das lag nicht an dem tollen EM-Finale (ja sicher bin ich höchst erfreut über Spaniens Sieg), sondern eher an der universitären Prüfungszeit und kollidierenden gesellschaftlichen Verpflichtungen.

Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass Tirol im Allgemeinen und Innsbruck im Speziellen für seine Superlative bekannt ist. Wenn man beispielsweise glaubt, es ginge nicht mehr schwüler oder es könne unmöglich noch mehr Schnee fallen, belehrt einen das Wetter hier eines Besseren. Diese ständige Überhöhung aller Erwartungen des ahnungslosen Fremden (der ich ja nach wie vor bin) traf mich auch letztes Wochenende, als ich zum abendlichen Grillen an einem Bach eingeladen war.
Das Ganze hörte sich für mich sehr gemütlich an und so starteten Stefan und ich gegen 21 Uhr von zu Hause (1. X) los.



Was auf dem Stadtplan als nicht sooo weit weg erscheint, erweist sich allerdings beim Erwandern dieser Distanz (Ziel war das 3. X) als eine erhebliche Steigung (besagte Superlative: ich dachte mir stets "es kann jetzt aber nicht mehr steiler werden" - und es wurde steiler), wobei die erste Etappe Gramartboden (2. X) schon sehr hoch über der Stadt liegt und wir dazu eine Stunde benötigten. Dort angekommen, war es zudem schon recht dunkel...

Und mit den Superlativen ist es auch noch keineswegs zu Ende! Ich meine, klar, ich hatte natürlich nur Sporttreter an, denn ich ging ja von einem Grillen an einem Bach aus! Nun muss man aber, um zu dem Teil des Höttinger Baches zu gelangen, wo die Grillerei statt fand, noch einige Höhenmeter auf einem waldigen Trampelpfad zurück legen. Dies gestaltete sich aufgrund der geringen Bodenhaftung meiner Turnschuhe und meiner ansonsten auch geringen Begabung als Gämse mit Eulenaugen eher schwierig. Teilweise kletterten wir nämlich sehr nahe am Abhang, den wir aber zum Glück aufgrund der Dunkelheit nicht sehen konnten. Zudem mussten wir auf dem Weg nach oben zwei mal den Bach überqueren und es gab natürlich keine Brücke - nicht einmal einen Baumstamm. Und natürlich kam ich Flachlandindianerin nicht trockenen Fußes davon.

Letztendlich kamen wir aber doch sicher oben an und machten uns erstmal ans Grillen und an den Verzehr des Gegrillten... Ah ja, und zum Schuhe und Socken trocknen eignet sich so ein Feuer auch!



Witzigerweise kam mir erst während dem Essen zu Bewusstsein, dass ich da irgendwie auch wieder runter gelangen werde müssen. Ehrlich gesagt, mir graute davor! Deswegen trank ich besser kein Bier zum Essen ;)
Und tatsächlich, als wir uns alle gegen 2 Uhr früh - jeder mit Taschenlampe - auf den Weg zurück nach unten machten, war ein Teil des Baches, quasi ein Seitenarm, plötzlich mitten auf dem Pfad! Wir mussten uns also durch die Uferböschung schlagen, durch die der eigentliche Pfad führte.
Es ging aber letztlich alles gut, wie ihr euch denken könnt. Insgesamt kann man sagen, wäre es durchaus weniger abenteuerlich gewesen, wenn man sich frühzeitig um geeignetes Schuhwerk, einen Anreiseplan und um die rechtzeitige Anreise bei Tageslicht gekümmert hätte. Aber dann wärs halt kein Abenteuer gewesen ;)

25 Juni 2008

Stille

Stille ist etwas Wunderbares. Besonders dann, wenn man sie längere Zeit vermissen musste.

So ging es jedenfalls mir, die ich vom Fußballfan-Dauergrölen geschädigt war und für ein Wochenende zu meinen Eltern gefahren bin. Dort auf dem Land merkt man kaum etwas von der Euro 08, geschweige denn von irgendeinem Lärm. Diese Stille war für mich einfach köstlich und ich genoss es sehr, nicht mehr nachts aufzuwachen, weil Fußballfans unterschiedlichster und täglich wechselnder Zugehörigkeit sich lautstarke Grölduelle unter meinem Fenster lieferten.

Ihre wirksamste Waffe jedoch hierbei ist die sogenannte Tröte,


ein Instrument, das den fürchterlichsten Lärm erzeugt und auch die friedlichsten Menschen aggressiv machen kann (aus vielfacher Erfahrung und Beobachtung!). Das Schlimme ist ja, sie erzeugen keinen harmonischen Klang, sondern einfach ein dumpfes Dröhnen, ähnlich den Hörnern der Wikinger (um bildlich zu sprechen).
Dauerlärm kann ja zudem zu Kreislaufbeschwerden, Schlafstörungen und sogar zum Herzinfarkt führen.



Zum Glück aber wird die Dauerbelagerung der Innenstadt durch die Fußballfans bald vorüber sein. Vermutlich werde ich fortan eine relativere Einstellung zu Lärm haben.

20 Juni 2008

Erde

Going Home (by Runrig)

In the distant day was dawning

Comes to me the early morning

Something tells me that I’m going home

The brand new sun was shining bright
From the darkness fields of light
Something tells me that I’m going home


Soft the rain is gently falling

Light across the city morning

I get the feeling that I’m going home

Across the moorland, past the mountains

O’er the rivers beside the new stream

Something tells me that I’m going home


As the trains rolling nearer
Ah, the feeling just to be there,
Something tells me that I’m going home

Now the skylines reach my eyes

The ridge stands out in highland skies

I just can't believe I’m going home


Going home

Where the summers coming in

And the moonlight on the river

Shows me where I’ve been



16 Juni 2008

Viel wichtiger noch...

...als irgendwelche andere Dinge, die heute geschehen mögen, ist für mich die Tatsache, dass sich heute die erstmalige urkundliche Erwähnung der Stieglbrauerei zu Salzburg zum 516ten mal jährt. Mmmh, was gibt es Schöneres als ein kühles Stiegl an heißen Tagen? Eben, nichts!
Na dann, prost!



Aber gut, ich gebe auch meinen Kommentar zum ewig unerwünschten Duell Österreich gegen Deutschland ab (oder besser gesagt, ich lasse ihn abgeben):

15 Juni 2008

12 Juni 2008

Air, Open Air

Wo könnte die Luft schon besser sein als auf einer Open Air Veranstaltung..? ;)



Eben, und deshalb haben wir die Gelegenheit genutzt, aufs Konzert der Sportfreunde Stiller im Bergisel Stadion zu gehen, das im Rahmen der Euro Fanzone statt fand. Doppelte Freude, denn das Konzert war gratis! Und es hat noch nicht mal geregnet...







Und weil es ja eigentlich eine Fußball-Veranstaltung war, kamen wir nicht umhin, den Pokal mitzunehmen...

09 Juni 2008

Euro-Musik

Tja, ich wusste, dass die Fußballeuropameisterschaft noch etwas ganz Besonderes bereit halten würde!
Heute morgen sind die Fans der in Innsbruck spielenden Mannschaften gelandet (hauptsächlich Schweden und Spanier). Es war mir auch im Vorhinein klar, dass die spanischen Fans... sagen wir, eher auffallen würden...



So, damit hätten wir nun unsere eigene musikalische Unterhaltung direkt unter Fenster! Olé, olé!

04 Juni 2008

Wasser

Mi esposica ’sta en el baño,
vestida de colorado.
Si, a la mar yo bien m'echaba;
si la serena lecencia me daba.

échate a la mar y alcansa,
échate a la mar!

Mi esposica ’sta en el río,
vestida de amarío.
Mi esposica ’sta a la fuente,
vestida un fustán verde.

Entre la mar y el río
hay un árbol de bimbrío.
Entre la mar y la arena
hay un árbol de canela.



Meine Braut ist am Strand
in einem roten Kleid.
Bestimmt würde ich in das Meer gehen,
wenn mir die Sirenen dies erlauben würden.

Stürz´ dich ins Meer und fange mich,
stürz´ dich ins Meer.

Meine Braut ist am Fluss
in einem gelben Kleid
Meine Braut ist bei der Quelle
in einem grünen Kleid.

Zwischen dem Meer und dem Fluss
da ist ein Quittenbaum,
zwischen dem Meer und dem Strand,
da ist ein Zimtbaum.

(Jüdisch-spanisches Hochzeitslied aus dem Mittelalter, Frenk, 1978: 263)

02 Juni 2008

Feuer

Hörst du, wie die Flammen flüstern,
Knicken, knacken, krachen, knistern,
Wie das Feuer rauscht und saust,
Brodelt, brutzelt, brennt und braust?
Siehst du, wie die Flammen lecken,
Züngeln und die Zunge blecken,
Wie das Feuer tanzt und zuckt,
Trockne Hölzer schlingt und schluckt?
Riechst du, wie die Flammen rauchen,
Brenzlig, brutzlig, brandig schmauchen,
Wie das Feuer, rot und schwarz,
Duftet, schmeckt nach Pech und Harz?
Fühlst du, wie die Flammen schwärmen,
Glut aushauchen, wohlig wärmen,
Wie das Feuer, flackrig-wild,
Dich in warme Wellen hüllt?
Hörst du, wie es leiser knackt?
Siehst du, wie es matter flackt?
Riechst du, wie der Rauch verzieht?
Fühlst du, wie die Wärme flieht?
Kleiner wird der Feuersbraus:
Ein letztes Knistern,
Ein feines Flüstern,
Ein schwaches Züngeln,
Ein dünnes Ringeln -
Aus

(James Krüss)




(Dieses Video entstand anlässlich des "Schwarz-Weiß-Festes" der Pfadfinder Völs)

30 Mai 2008

Fundstück

Heute habe ich eine gepiercte Kartoffel in meinem Vorratsschrank gefunden.
Tja, dieser Trend setzt sich scheinbar schon bei allen Spezies durch...

26 Mai 2008

Sprichwörtlich...

... alles neu macht der Mai!

Tja, was tut der Mensch nicht alles, um immer wieder Neues anbieten zu können? Die US-amerikanische Moderatorin Oprah Winfrey nimmt neuerdings wieder ab und führt darüber ein Online-Tagebuch, die Jungs der Fußballnationalmannschaft versorgen uns mit täglich frischen Neuigkeiten über ihre Fitness, die Tageszeitungen über die neuesten Verbrechen usw.

Aber ich (und der Blog als mein Medium) bin ja weder eine Tageszeitung noch der Garten der Madame Pompadour, der jede Nacht neu bepflanzt wird, um Abwechslung zu bieten.

Jedoch: hie und da kann ich auch mit einer echten Neuigkeit aufwarten.



Für alle Nicht-Aquarien-Kenner (so wie ich bis vor Kurzem noch):
das ist ein Nano-Riffaquarium. Also ein klitzekleiner Ausschnitt eines tropischen Korallenriffs für zu Hause. Und sowas steht jetzt bei uns im Wohnzimmer.



Inklusive Seestern (links oben) und Schwamm (das Bläuliche rechts ungefähr in der Mitte.) Also beinahe Bikini Bottom ;)



Achja, ein Verwandter von Mr Crabs wäre auch vorhanden. Das hier ist allerdings ein Einsiedlerkrebs. Wir haben außerdem zwei, aber die mögen sich scheinbar nicht besonders...

Und wo wir schon bei reißerischen Neuigkeiten sind:
ich hab mich jetzt endlich für eine neue Kamera entschieden, eine Samsung S85. Ergebnisse siehe oben.

23 Mai 2008

Wie man (k)ein guter Mensch wird

Anschauliches Lernen mit Spongebob:

Spongebob ist nichts für kleine Kinder, diese ganzen Gewaltszenen kann man ja kaum jemandem zumuten!
Allein schon die Methode, aus einem Bösewicht mittels Kitzelfolter einen Guten machen zu wollen, halte ich für unwissenschaftlich und inhuman - aber gut, es handelt sich ja um Mantarochen...